"Nordkorea - Geld für Bomben, aber nicht für Reis"

Die Situation hat etwas Verlogenes: Während Saddam Hussein wegen bis heute nicht gefundener Massenvernichtungswaffen von den USA gestürzt wurde und immer versicherte, keine zu haben, ist der Diktator Kim Jong III keinerlei internationalem Druck ausgesetzt, obwohl er die atomare Aufrüstung Nordkoreas jederzeit vollmundig plakatiert. Neben Kuba ist Nordkorea eines der letzten Länder des alten, stalinistischen Kommunismus. Seit mehr als 50 Jahren ist der Norden der geteilten Halbinsel abgeschottet gegenüber ausländischen Einflüssen und Informationen. Es herrscht eine akute Lebensmittelknappheit, die das Land nicht mehr selber zu lösen im Stande ist. Schätzungen zufolge verhungerten mehr als zwei Millionen Menschen. Angesichts der katastrophalen Versorgungslage wagen immer mehr die Flucht ins benachbarte China.
Der Journalist Walter Eggenberger war Koordinator der schweizerischen Katastrophenhilfe zur Bekämpfung der Hungersnot in Pyongyang. Er ist damit einer der wenigen Ausländer, die das streng nach eigenen Gesetzen funktionierende Nordkorea erleben und bereisen durften. Im Gedächtnis vieler Schweizer ist Walter Eggenberger als Moderator des TV-Magazins «Zehn vor Zehn» (1990-1995). Weitaus mehr geprägt haben ihn, nach eigenem Bekunden, aber die Jahre als In- und Auslandredaktor für Radio DRS, 7 Jahre als Bundeshauskorrespondent, 5 Jahre als Berichterstatter aus den USA. Nach seiner Fernsehkarriere arbeitete er von 1998 bis 2001 für die Humanitäre Hilfe und Entwicklungsprojekte der Eidgenossenschaft. Heute ist er freischaffender Journalist.

Datum/Zeit: Dienstag, 27. Mai 2003, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 20.­/Fr. 10.­ ermässigt

 
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