Rolf Uesseler "Krieg als Dienstleistung
Oder wie private Militärfirmen die Demokratie"

Private Militärfirmen und „neue Söldner“ sind ein wenig bekanntes Phänomen. Mögli-cherweise ändert sich das, wenn man erfährt, dass auch Schweizer Bürger für US-amerika-nische Firmen als Söldner im Irak am Krieg beteiligt sind; dass schweizerische Konzerne im Ausland ebenfalls Privatsoldaten anheuern; dass Dutzende von ausländischen Militär-firmen auf schweizerischem Boden tätig sind; dass die „neuen Söldner“ schwere Straftaten begehen können, ohne eine Verurteilung befürchten zu müssen. Wie ist es möglich? Gibt es Gesetzeslücken? Und wenn ja, warum wird die Politik nicht tätig?

Das private Kriegsgeschäft ist zu einer Wachstumsbranche geworden, die nicht nur Riesen-gewinne verbucht, sondern auch die Weltpolitik nachhaltig verändert. Private haben mittlerweile Aufgaben übernommen, die einst in staatliche Hoheit fielen: das Ausspähen von Angriffszielen, die Entwicklung von Überwachungssoftware, Risikoanalysen, Spezialausbildungen für modernste Hightech-Waffensysteme, sogar die Ausführung von direkten Kampfeinsätzen. Die Unterhöhlung des staatlichen Gewaltmonopols, das Entstehen rechtsfreier Räume und die Aushebelung des Völkerrechts sind dabei die Gefahren.

Rolf Uesseler, freier Publizist und Wissenschaftler in Rom, war über ein Jahrzehnt in der Anti-Mafia-Bewegung tätig; seine Arbeitsschwerpunkte sind illegale Trends in der Weltwirtschaft, organisierte Kriminalität und Schattenökonomie, Privatisierung und Entdemokratisierung. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zu diesen Themen publiziert.

Datum/Zeit: 25. Januar 2007, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule, Bahnhofstrasse 91, Aarau

 
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